Das technische Bild - die Photographie - mit Vilem Flusser verstanden als konnotativer Bedeutungskoplex lässt dem/der Betrachter/in zwar Raum für Interpretation,
wird aber gleichzeitig immer schon als Symptom und nicht als Symbol einer konkreten Wirklichkeit erfasst. Es scheint als wäre die Ebene der Bedeutung an der zweidimensionalen Oberfläche zu finden. Das historisch lineare Denken wird durch das entstandene photographische Idol in ein nachgeschichtliches zirkulierendes Bewusstsein umcodiert und läuft dem textuellen Erfassen der Zeichen-Sprache vor- und nach. So befindet sich das Photo in einer Art von Zwischenraum. Es ist ein Vakuum in dem die Begriffe aus Zeilen zu Sachverhalten werden und in den Bildern wie ewig wiederkehrende Gedanken kreisen. Ein kritisches und wesentliches Bildverständis ist nur durch textliche Übersetzung möglich. Als autoritäres Zeichen und lokutionärer Akt ist der Begriff eine In-form-ation und verändert sowie gesprochen als auch gelesen die sinnliche Wahrnehmung und den Zugang der BeobachterIn, es verändert die Interpretation und somit auch die Begriffe des Bildes. Die Information im Kontext ist Grundlegend für das Sehen eines Bildes. So wie sich seit der Erfindung der Schrift ihre Zeichen, deren Bedeutung und Sinn und auch der phonetische Ausdruck immer wieder modifizierten, anpassten und verschwanden, ist unsere (photographische) Wahrnehmung einem steten Wandel unterworfen dem der textuelle vor- und nachläuft. Da uns Bilder jedoch keine Allgemeine Begriffe mehr bedeuten öffnen sie uns ein leeres und bedeutungsloses Universum. Sie füllen es mit einem magischen Code. Wenn wir nun die Begriffsbildung als eine Grundmöglichkeit des Daseins selbst erkennen und die Ausdehnung der photographischen Realität beobachten, wird uns augenblicklich augenscheinlich wie relevant ein kritisches photographisches Bewusstsein für unser Dasein ist. Das Überlagern der Photographie mit ihrem digitalen Text-Code soll die Begriffliche Undurchsichtigkeit und die dadurch entstehende Verstellung der Wirklichkeit anzeigen. Die Beschreibung mit den schottisch-gaelischen Worten an ceartuair für “at this moment” und an-dràsda für “just now” meint das Nichtentkommenkönnen der Photographie aus dem linearen begrifflichen Denken. Die dem Ort zugeschriebene Sprache und deren Aussprache verweist auf die Entferntheit des Moments der Aufnahme welcher immer nur in seiner Abstraktion real wird. Die für uns “fremde Sprache” kann eine solchermaßen verschobene Bedeutungsebene nur andeuten und die (verdrängte) historische Lesart der Photographie plakativ skizzieren.










